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Seit Donnerstag, Reader. Ich komm nicht hinterher. Die Calls, die Zoom-Termine – das kriegen wir hin. Aber die Briefe und Postkarten. Da lieg ich hinten. Ich fühl mich wie Harry Potter im ersten Band, wenn die Eulen reinkommen. Durch den Schornstein, durchs Fenster, durch den Briefschlitz. Und Hagrid muss die Tür eintreten, weil sonst kein Durchkommen mehr ist. Nur ohne Hagrid. Und ohne Eulen. Aber mit dem ganzen Chaos. Beatrice zum Beispiel hat eine Karte geschickt im A3-Format. Aufklappbar, selbst gebastelt, selbst bemalt. Und wenn man sie aufmacht, umarmt einen ein ausgeschnittener Teddybär. (ich mach die Karte seitdem jeden Tag auf im Büro. Mehrmals.) Die hat sich hingesetzt. Hat nachgedacht. Hat gemalt, ausgeschnitten, geklebt. Hat die Karte zugeklebt und abgeschickt – weil sie wusste, dass ich sie aufmachen werde. Wann hab ich zuletzt so viele Nachrichten bekommen, bei denen ich gemerkt hab, da steckt ein Mensch dahinter? Ich weiß es nicht mehr. Und dann hab ich mich gefragt, wann ich zuletzt jemandem einen Brief geschrieben hab. Also hingesetzt, nachgedacht, was ich sagen will – und dann erst losgeschrieben. Ich kann mich nicht erinnern. Es gibt eine Lektion über Copy hier. Aber ich lass die heute weg. Manchmal reicht es, wenn man sich einfach freut. Markus PS: Ich les noch. Und werd auch versuchen, mich bei jeder/m persönlich zu bedanken. |