Letztens Videocall mit einem alten Hasen.


Wir wollten uns einfach mal wieder sprechen, so ein lockerer Austausch. Dann, nach zwanzig Minuten Smalltalk, wird seine Stimme leiser:


„Darf ich dir kurz was zeigen, Markus? Mein Kunde ist nicht zufrieden mit seiner Salespage. Aber er weiß selbst nicht, warum. Kunden halt.”


Ich schau drauf, drei Sekunden. Mehr brauch ich nicht.


„[Name der Redaktion bekannt], du kannst doch jemandem wie [Kundenname der Redaktion ebenfalls bekannt] eine KI-Copy hinrotzen? Warst du so unter Zeitdruck?”


Stille.


Dann EXPLODIERT er förmlich. Seine Stimme wird lauter, schneller, härter (ich bin mir sogar ziemlich sicher, er hat hyperventiliert. So ein kleines bisschen zumindest):


„Hör mal! Alles selbst geschrieben! Kein ChatGPT, kein Claude, nichts! Ich mache das seit Jahren, das weißt du! Ich würde sowas nie machen!”


Die Webcam wackelt. Er lehnt sich vor und ich sehe die hektischen Schwitzflecken in seinem Gesicht.


„Okay”, sag ich. „Dann zeig mir, wie du schreibst. Live. Jetzt.”


Wir gehen kurz ins Brainstorming, was an der emotionalen Sequenz ein bisschen wacklig ist aktuell und beschließen, ein paar Sektionen zu überarbeiten.


Screensharing. Er öffnet ein leeres Dokument.


Und dann fängt er an – und ich bekomme Gänsehaut.


Worthülsen. Eine nach der anderen. Jeder Satz sitzt perfekt in der Struktur. Kein Suchen. Kein kurzes Innehalten. Kein „warte mal, das klingt komisch.” Er tippt einfach durch, Zeile für Zeile, flüssig aus dem Ärmel geschüttelt, als würde nur abtippen.


„Wir helfen Ihnen dabei, Ihre Ziele zu erreichen.”

„Unsere Lösung bietet Ihnen maximale Flexibilität.”

„Profitieren Sie von unserer langjährigen Expertise.”


Ich sitze da. Stumm. Und schaue zu, wie ein Mensch schreibt wie eine Maschine.


So schreibt kein Mensch. So schreibt jemand, der zu lange zu viele KI-Text gelesen hat.


Er hat sich das abgeschaut, ohne es zu merken. Sein Gehirn hat die Muster aufgesogen wie ein Schwamm und jetzt spuckt er sie aus, als wären es seine eigenen Gedanken.


Das ist wie, wenn du im Allgäu aufwächst: irgendwann verschluckst du die Endungen, weil das täglich um dich rum überall passiert. Und es sich einfach vertraut anfühlt.


Mit KI-Copy ist es genauso.


Du liest sie. Du korrigierst sie. Du arbeitest damit. Und irgendwann – schleichendschreibst du selbst so. Worthülsen in Kombination mit inhaltsloser Professionalität.


Du wirst zur Kopie der Kopie.


Und du merkst es nicht einmal…


Deine Kunden schon. Die klicken weg. Die kaufen nicht. Die können nicht sagen warum, aber sie spüren es: Da ist kein Mensch mehr.


Denise Lippek, eine gute Freundin von mir, hat – Überraschung – dafür ein Tool gebaut.


KITO heißt das Ding, läuft über Claude. Du gibst ihm deinen Text, und es findet die KI-Muster. Die leeren Formulierungen, die professionell klingen und nichts sagen.


Egal ob du sie mit KI geschrieben hast oder selbst.


Dann schreibt es dir pro Stelle drei Varianten. Du suchst dir die aus, die dir am besten gefällt – und fertig.


Reader:


Kauf das – wirst du definitiv nicht bereuen.


Und das sag ich dir, obwohl Denise mich nicht drum gebeten hat. Ich hab auch keinen Affiliatelink.


Aber:


Nur wenn möglichst viele Copywriter KITO nutzen, haben wir noch eine Chance, Skynet CrapGPT das Feld nicht kampflos zu überlassen.


Markus


PS: Meinem Kollegen [Name der Redaktion bekannt] hab ich hinterher gesagt, was ich gesehen hab.


Er wollt's erst nicht glauben. Dann haben wir uns eine Copy von ihm aus dem Jahr 2021 angeschaut.


Da hat ein anderer Mensch geschrieben – und von dem ist NICHTS mehr übrig.

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