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Wir starren uns an. Ich fühle mich einen kurzen Moment lang wie John Wayne, mindestens. So fühlt sich also ein Showdown an. Während ich versuche, auf keinen Fall zu blinzeln, merke ich, wie mir ein Schweißtropfen von der Stirn aus in Richtung linkes Auge fließt… Bitte nicht. In exakt dem Moment, in dem der Schweißtropfen an meinen Wimpern vorbeigekommen ist, habe ich dieses Blickduell verloren. Und werde nie erfahren, was wirklich los ist hier. Also versuche ich alles, damit dieser Fall nicht eintritt. Den Blick abwenden kann ich nicht. In meiner rechten Hand halte ich mein iPhone, in der linken klammere ich mich an Söhnchen fest. (oder umgekehrt, Details verschwimmen manchmal) Ich verenge meine Augen zu Schlitzen und probiere den bösen Blick. Ich merke, wie sich zu allem Überfluss die bisherigen Strapazen des Tages in meinen Beinen bemerkbar machen, lang kann ich nicht mehr so stehen. Die Menge hinter mir starrt die Szenerie ebenso gebannt an, wie ich – nur dass ich quasi als Hauptdarsteller mittendrin bin. Und sie kommt inzwischen so nah, dass mir jemand schon in den Nacken atmet – gibt es ein ekligeres Gefühl auf der Welt, Reader? Er oder ich. Einer von uns zieht als strahlender Held weiter, der andere trägt die Schmach. Und ich schwitze immer mehr… Söhnchen wird quenglig. Er knatscht, als hätte er Hunger – was natürlich sein könnte, es ist ja inzwischen kurz nach 12:00 Uhr am Mittag. Katti ruft irgendwas, ich höre es nur als Rauschen in diesem angespannten Moment. Es klingt wie „weg da“ oder so. Aber ich KANN jetzt nicht. Manchen Situationen läuft man nicht davon. Man stellt sich. So wie jetzt. Ich nicke Söhnchen unmerklich zu, will, dass er die nächsten Sekunden voll bei mir ist, hole tief Luft und – Ein Blinzeln. Kaum zu sehen, so schnell geht das, aber es ist da: Der riesige Alligator, locker dreimal so groß wie seine Artgenossen im Gehege, ist ECHT. Auch wenn er allein aufgrund der absurden Größe wirkt, als wäre er aus Plastik, LEBT er. Und weil er merkt, dass er das Blickduell gegen mich verloren hat, reißt er sogar ungläubig und voller Entsetzen sein riesiges Maul auf. Mag sein, dass ich jetzt leicht übertreibe, aber in diesem Moment bin ich mir sicher: Der könnte auch nen Kleinwagen verschlucken. Einfach so. So nah war ich so nem Monstrum tatsächlich noch nie. Reader, ich hab dir bis zum Schluss nicht gesagt, WER mir da eigentlich gegenüber steht. Meinen „Gegner“ hast du dir selbst gebaut, aus John Wayne, einem Showdown mittags und meinem Schweißtropfen. Wenn dein Leser deine Story selbst im Kopf weitererzählt, während er liest, dann bringst du ihn bis zum CTA. Falls du SIRENE zufällig besitzt – welche beiden Werkzeuge stecken hier drin? (und falls nicht: hier werden Sie geholfen!) Markus |