„Markus, unser Kind ist weg!”

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„Aber der war doch grad noch hier…Moment.”

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Hektisch schau ich mich um, links, rechts, hinten, doch vorn – überall.

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Die ersten Schweißtropfen bilden sich auf meiner Stirn und ich fang an zu rennen.

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Wenn ich Söhnchen wäre, noch nicht ganz 2 Jahre alt und ich wäre auf einem riesigen Spielplatz und niemand würde nach mir schauen: wo zur Hölle würde ich hingehen?

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Ich seh einen sympathisch aussehenden Mann, der ungefähr mein Alter haben könnte und frag hektisch im Vorbeirennen „Hast du hier nen kleinen Bub gesehen?” – noch während die Worte meinen Mund verlassen, fällt mir auf, wie dämlich diese Frage ist.

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Auf einem Spielplatz.

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Prompt kommt auch die Antwort „jede Menge…”, die definitiv genau so korrekt wie nutzlos war. Immerhin noch hinterher „…welches sucht du denn?”.

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Mein „Ja, meins halt” war ebenso wenig hilfreich. Zu meiner Verteidigung: ich hab den Sauerstoff für meine Lunge gebraucht, für das Hirn war da einfach nix mehr übrig.

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Also weitergerannt.

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Immer wieder umgeschaut, akribisch auf vertraute Geräusche gehört, irgendwo muss ich Söhnchen doch hören können, wenn ich ihn schon nicht sehen kann…der wird doch nicht auf die Straße?

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Nein.

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Gar nicht dran denken. Weiter.

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Den Spielplatz hab ich inzwischen einmal komplett umrundet ohne auch nur den kleinsten Zipfel eines Ärmels von ihm zu sehen, geschweige denn den Rest Bub.

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Warum sind hier auch so viele Bäume? Und Büsche? Da könnte die Stadt auch mal was dagegen – „Maaaaaaamaaaaaaaaa”.

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Das…das muss er doch gewesen sein. Wo kam das her?

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DA!

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Da schreit ein Kind, ungefähr so wie Söhnchen immer schreit.

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Nur die tröstende Mutter nebendran hab ich noch nie gesehen.

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Wo ist der Kerl??

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Reader, ich erspar dir den Rest, ich hab ihn einfach nicht gefunden. Hatte auch gar keine Chance zu, weil mein Instinkt, sofort loszufahren, sämtliche Ausgänge zu checken, auf der Straße zu schauen…

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War komplett für’n Arsch.

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Der Lauser saß unter der Bank, auf der wir zuvor saßen.

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Hat sich da einfach drunter verkrochen, keinen Piep von sich gegeben und sich wahrscheinlich diebisch gefreut, wie Papa sofort losgespurtet ist.

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Naja…

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Später am Abend war dann Töchterchen auf einmal weg, nur dass die auf keinen Fall mehr in der Nähe war.

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Markus

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PS: wenn ich dazukommt, erzähl ich dir morgen, wie Töchterchen verschwinden konnte.

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War auf jeden Fall ne wilde Geschichte. Und immer noch keine Spur von ihr hier.

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