|
Du kennst Tom Liehr wahrscheinlich nicht, oder Reader? Fast niemand kennt ihn. Und ich versteh's nicht. Der Mann schreibt seit über zwanzig Jahren. Dreizehn Romane. Und jeder einzelne ist verdammt gut. Mein Favorit: Freitags bei Paolo. Marie und Clemens lernen sich in der Silvesternacht 2000 kennen. Schwören sich: Wenn's nicht mehr knistert, machen wir Schluss. Nach zwanzig Jahren tun sie's. Und merken dann erst, was sie gerade weggeworfen haben. Oder "Sommerhit" – über einen Jungen aus Dresden, der 1980 in den Westen flieht. Zu dick, zu blauäugig, zu Ost. Zwanzig Jahre später ist er ein Star. Und das Klassentreffen wird zur Abrechnung. Oder "Nachttankstelle" – über Uwe, 38, chronisch migränekrank, schiebt Nachtschichten an der Tanke. Sein Leben ist eine Übergangslösung. Bis er zwei Menschen trifft, die alles umwerfen. Oder "Pauschaltourist" – zwei Journalisten, sechs Wochen Pauschaltourismus, Bettenburgen des Grauens. Und irgendwann das Gefühl, Teil eines abgekarteten Spiels zu sein. Tom Liehr schreibt so, wie Menschen wirklich sind. Mit allen Macken. Allen Zweifeln. Allem Scheiß, den wir uns selbst einreden. Ein verbrannter Pancake. Eine Blume in der Vase. Ein Foto auf dem Tisch. Und du bist mittendrin. Falls du grad was zum Lesen suchst: Probier's aus. Falls nicht: Merk dir den Namen. Für später. Markus PS: Wenn du Tom Liehr kennst – schreib mir. Würd mich interessieren. Einfach, weil ich noch mit niemandem gesprochen hab, der ihn kennt. |