|
Ich sehe es vor meinem geistigen Auge in dem Moment, bevor es passiert – und halte instinktiv die Luft an: Das kann nicht sein. Das darf nicht sein. Das wird nicht… Doch. Doch, Reader, es ist exakt das passiert, was nie hätte passieren dürfen. Söhnchen. Dieser wunderbare Mensch…isst ja inzwischen fleißig am Tisch mit. Keine Ahnung, ob das jetzt grob fahrlässig ist oder nicht (es gibt da beide Lager, ich hab recherchiert!), aber bei uns isst er einfach „mit”. Es wird ein bisschen weniger gewürzt als üblich, aber das war’s dann auch. Der kleine Prinz braucht ja nicht meinen, dass sich die ganze Welt um ihn dreht – und man am Ende noch extra für ihn kocht oder so 🙄 Jedenfalls: Egal, wie viel Mühe ich mir schon gegeben hab – so richtig klappt das nicht, mit dem Essen. Also prinzipiell, vom Ergebnis her schon (= Essen in Mund), aber… WIE, halt. Der saut umeinander, kannst du dir vermutlich nur vorstellen, wenn du selbst Kinder hast oder zumindest welche im näheren Umfeld. Ja…und als der vorausschauende, Sauberkeit liebende und schmutzige Finger verabscheuende Markus, der ich nunmal bin, hab ich da natürlich vorgesorgt: Söhnchen trägt beim Essen einen Latz. Und zwar einen von der besseren Sorte, der hat nämlich vorne so ne Art Tasche (wie bei vielen Kapuzenpullovern), die nach oben hin offen ist. In der Theorie landet das verkleckerte Essen also komplett da drin. Und in der Praxis auch. Nur: WAS FÜR EFFING SADISTEN HABEN DIESE STRUNZDUMME IDEE BITTE GEHABT?? Wer trägt solche Lätzchen? Na? KINDER. Und warum tragen die die? Weil sie es mit dem Essen noch nicht so auf die Kette kriegen und ALLES EINSAUEN. Was könnte mir also schon vorher klar gewesen sein? Dass das gar nicht funktionieren kann: Söhnchen isst mit uns Spaghetti Bolognese. Viele Spaghetti und noch mehr Soße finden den Weg in den Mund NICHT, sondern fließen schön langsam in die Tasche vom Latz. (ist so ein Silikonding. Spülmaschinenfest.) Was dann passiert, kommt einer Kettenreaktion gleich: Der kleine Saukerl macht seinen berühmten „ich-hab-gute-Laune-Kreischer”, den man sicherlich noch 2 Straßen weiter hört, hüpft in seinem Babystuhl auf und ab, soweit es die glücklicherweise eingeschränkte Bewegungsfreiheit zulässt… UND ZIEHT SICH DEN LATZ ÜBER DEN KOPF. Das heißt, die (richtig rum angezogen) nach oben geöffnete „Tasche” voller Spaghetti Bolognese erlebt eine ruckartige Drehung um 180 Grad – und ist auf einmal nach unten offen. Und zwar in genau dem Moment… IN DEM DER LATZ EXAKT ÜBER SÖHNCHENS KOPF IST. Einer fands extrem lustig und hat gekreischt, Töchterchen hat mich ausgelacht, weil ich jetzt alles sauber machen darf – und Katti meint trocken: „Also ich würd ihm das nicht durchgehen lassen.” Ja – wie denn? Der versteht doch nicht, was ich zu ihm sage…und außerdem: sie saß ja neben ihm. Anyway: Dieser Latz hat exakt das noch viel schlimmer gemacht, was er eigentlich hätte verhindern sollen. Und meine Laune war nahe dem Gefrierpunkt. Danke, Produktdesigner! Happy sunday, Reader! Markus PS: an die Eltern hier… Wie kriegt man diese Problematik in den Griff? Die letzten verbleibenden Ideen, die ich noch habe, sind:
|