„Das ist doch keine Art! Wie kann man denn so mit Menschen umgehen?”


Obiges Zitat stammt: von mir.


Ausgesprochen gestern, während meines 94-minütigen Telefonats mit dem Finanzamt.


Ich hatte dir ja erzählt, dass das Finanzamt mein Konto gepfändet hat Anfang Juni…falls verpasst, hier die Hintergrund-Story.


Und…


Man mag sich das kaum vorstellen, aber:


Wow war die Tante von der Pfändungsstelle unfreundlich zu mir.


Das ging soweit, dass sie quasi live während unseres Telefonats mein Konto nochmal gepfändet hat.


Wie so ein free money glitch fürs Finanzamt – wir brauchen Geld, holen wir es uns halt von irgendjemandem.


Irgendwann ließ sie sich aber zu der Freundlichkeit herab, mir zu erklären, warum genau denn überhaupt gepfändet wurde:


Ich habe meine Einkommenssteuervorauszahlung, fällig am 10.03.26, nicht geleistet.


Das wusste ich sogar. War Absicht, weil: in meinem letzten Steuerbescheid stand drin, dass ich ab Q3 2025 keine Einkommenssteuervorauszahlungen mehr leisten muss.


Stellt sich raus:


Am 07.01. wollte man mir einen neuen Bescheid schicken, dass doch wieder Vorauszahlungen fällig werden. Ich hab den Brief nur nie gekriegt, kam als unzustellbar zurück.


(wir waren ja umgezogen letztes Jahr)


Selbes Spiel mit den Mahnungen und der Androhung der Vollstreckung. Ich hab sie einfach nicht bekommen…


Reader, das ist echt Deutsche Bürokratie in a nutshell:


Ich habe 3 oder 4 Steuernummern. Alle bis auf eine haben die neue Adresse und es kommt regelmäßig Post.


Wie kann das dann sein, dass sie – wenn Briefe nicht zugestellt werden können – das nicht auf die Kette kriegen, mal zu prüfen, woran das liegen könnte??


Vor allem, weil ja alle Steuernummern dieselbe SteuerID haben – also genau das Merkmal, das dafür da ist, trotz verschiedener Steuernummern die Dinge derselben Person zuweisen zu können…


Ich spar mir jetzt die Details, wie das Gespräch abgelaufen ist – sonst krieg ich direkt wieder Puls, und dafür ist es echt zu warm.


Ende vom Lied:


Das Finanzamt hat eingesehen, dass es einen Fehler gemacht hat – und hat die Pfändung rückgängig gemacht.


Turns out: natürlich muss ich keine Vorauszahlungen leisten, weil die Einkommensteuer ja bei meinem Gehalt als Lohnsteuer direkt abgebucht wird.


Worauf sie aber bestehen:


Ich soll zeitnah die Vollstreckungskosten zahlen.


Keine Ahnung, wie tief du im Thema bist, aber:


Würdest du die Vollstreckungskosten zahlen, nachdem das Finanzamt eingesehen hat, dass es einen Fehler gemacht hat?


Ich denke, ich nicht – weiß aber noch nicht, ob ich die Eier dazu hab.


Markus

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