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Entspannter Start in den Tag gestern, bis wirklich ALLES schief ging. Erst schlafen noch alle und ich hab’s sogar geschafft, morgens, nach dem Newsletter an dich schreiben, eine weitere Lektion vom Storytellingkurs zu recorden. Familie wird wach, ich mach Frühstück für alle, wir frühstücken, sind fertig. Ich räum – wie quasi jeden Morgen – die Spülmaschine aus. Ärgere mich kurz über Katti, weil sie mal wieder ein Glas in die untere Hälfte der Spülmaschine geräumt hat. Ich mein: was für ein Psycho macht sowas?? Ich hol das Glas raus und – HABE SOLCHE HÖLLENSCHMERZEN, DASS ICH SOFORT ANFANGE ZU SCHREIEN. Gut, vielleicht hab ich nicht wirklich geschrien, aber: Ich hatte auf einmal einen stechenden Schmerz im unteren Rücken. Und dann haben sich die Ereignisse überschlagen… Aus dem Augenwinkel sehe ich eine hektische Bewegung, gefolgt von einem langgezogenen, sehr piepsigen „AAAAAAAAAAHHHHH”, das anschließend in lautes Geheule umschlägt. Ich steh währenddessen immer noch vornübergebeugt über der Spülmaschine, weil ich mich nicht mehr aufrichten kann. Ich drehe mich also im Ganzen und sehe Söhnchen auf dem Boden liegen. Mitten in einer Blutlache. Da ist der Knirps gestolpert und zielsicher mit dem Kopf auf der Treppenkante in Richtung Wintergarten aufgeschlagen… Also Zähne zusammengebissen, ihn mit dem Gefühl, mein Rücken werde jeden Moment in mindestens 2 Teile brechen, tröstend hochgehoben – und das Loch im Kopf gesehen. Platzwunde. Klare Aufgabe: ich muss funktionieren, ich muss sofort ins Krankenhaus mit ihm. Nur…mein Auto war in der Tiefgarage, ich hatte ja vorgestern Abend ein bisschen Angst vor möglichem Hagel. Und weil in der Innenstadt (Allgäuer Festwoche sei Dank) grade alles gesperrt ist, sogar für Fußgänger, darf ich gefühlt nen Kilometer außen rum rennen. Was ich dann mit Söhnchen unterm Arm auch mache. Bei jedem einzelnen Schritt hab ich das Gefühl, das war’s jetzt, gleich klappst du zusammen. Irgendwie hab ich es dann doch bis zum Auto geschafft, bin zum Krankenhaus und Söhnchen wurde versorgt. Der war zwischenzeitlich wieder quietschfidel und fand alles irgendwie lustig… Ist es nicht faszinierend, zu was man in der Lage ist, wenn’s um was wichtiges geht? Keine Ahnung, vielleicht liegt das am Adrenalin, am Pflichtgefühl kleinen Menschen gegenüber oder was weiß ich. Fakt war jedenfalls: Als ich das erste Mal von meinem Bürostuhl aufstehen und mir einen Kaffee machen wollte – hat das bestimmt 15 Minuten gedauert. Dabei wäre Kaffee eigentlich auch wichtig… Markus PS: Söhnchen geht’s gut, Reader. Keine Gehirnerschütterung, nur eine Platzwunde. Ich mach mir eher Sorgen um mich: allein vorhin habe ich gefühlt ne halbe Stunde gebraucht, um aus dem Bett zu kommen. Weil ich mich maximal mit einer Geschwindigkeit bewegen kann, wie Flash sie in Zoomania an den Tag legt. Wenn überhaupt. |