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Ich hab gestern meine eigenen August-Mails nochmal von oben nach unten durchgeklickt, Reader, weil ich eine Zeile gesucht hab und nur noch ungefähr wusste, in welchem Newsletter sie stand, und die Suchfunktion in meinem Archiv ist ungefähr so zuverlässig wie das WLAN in Kaatsheuvel. Bin dann hängengeblieben… Anfang des Monats bin ich mit Söhnchen unterm Arm einmal außen um die gesperrte Innenstadt gerannt, mit einem Rücken, der bei jedem Schritt gesagt hat: jetzt ist Schluss. Platzwunde. Blutlache vor der Treppe zum Wintergarten. Eine gute Woche später haben mir die Chinesen den Server abgeschaltet. Ich war bis halb Fünf morgens am Umziehen, die Pure Persuasion AI war 100 Sekunden lang tot. In Kaatsheuvel hab ich in einem Mobile Home mit drei Schlafzimmern auf der Essbank geschlafen, weil ich beim Buchen an der Bettwäsche gespart hatte. Dann dieses Blickduell mit dem Alligator, bei dem mir ein Schweißtropfen ins Auge gelaufen ist und ich verloren hab. Nach vier Tagen ohne Netz hab ich ein Starlink bestellt. Bei einem Mann, den ich für einen der unangenehmsten Menschen dieses Jahrzehnts halte. Gezögert hab ich ungefähr so lange, wie das Ladesymbol gebraucht hat. Söhnchen hat im Schwimmbad vier fremde Leute „Mama" genannt und angegrapscht, einer davon war ein Mann mit Zopf bis zwischen die Schulterblätter. Und kurz vor Monatsende hat mir ein Wildfremder den letzten Zopf grüne Bananen weggekauft, während ich zwei Meter weiter stand und versucht hab, ihn mental davon abzubringen. Dazwischen ist SIRENE fertig geworden. Was mich daran selbst irritiert hat: Aus dem Kopf hätte ich dir vielleicht drei davon erzählen können. Der Alligator war komplett weg. Die Bananen auch, dabei hab ich mich richtig geärgert. Deswegen hält sich „bei mir passiert halt nichts" so hartnäckig in den Köpfen genau der Leute, die meinen, Storytelling sei nichts für sie. Es passiert genug. Es bleibt nur nichts hängen. Am nächsten Morgen ist der Alligator weg und übrig bleibt „waren im Zoo, war schön". Bei mir bleibt es hängen, weil um 7:00 Uhr eine Mail rausgehen muss und ich vorher irgendwo was herholen muss. Ich find ja, das ist der am meisten unterschätzte Nebeneffekt vom täglichen Schreiben, und keiner redet drüber, weil er so langweilig klingt. Alle reden über Reichweite und Umsatz. Dabei ist das Erste, was passiert: Du fängst an, deinen eigenen Tag überhaupt zu bemerken. Markus PS: SIRENE ist seit Ende August komplett, alle Bonuslektionen sind drin. |